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Zwischen den Hügeln der Tuscia, im malerischen Dorf Vitorchiano, erhebt sich eine Skulptur, die Zeit und Raum zu trotzen scheint: die Moai-Statue.
Dieses einzigartige Kunstwerk stellt eine außergewöhnliche Verbindung zwischen der jahrtausendealten Tradition der Osterinsel und der italienischen Kulturlandschaft dar. Doch wie ist es möglich, dass ein so ikonisches Symbol Polynesiens in einem kleinen mittelalterlichen Dorf in der Provinz Viterbo steht?
Begeben wir uns auf eine faszinierende Reise durch Geschichte, Kunst und die Magie dieses außergewöhnlichen Ortes.
Die Moai sind die berühmten monolithischen Statuen, die vom Volk der Rapa Nui auf der Osterinsel im Pazifischen Ozean erschaffen wurden.
Diese Figuren, erkennbar an ihren ernsten und rätselhaften Gesichtern, verkörpern den Geist der Ahnen, die als Wächter und Beschützer der lokalen Gemeinschaften verehrt wurden.
Gefertigt aus vulkanischem Tuffstein, erreichen einige dieser Skulpturen beeindruckende Höhen und gelten als eine der höchsten Ausdrucksformen der präkolumbianischen Kunst.
In Vitorchiano hingegen gibt es einen ganz besonderen Moai.
Diese Statue, etwa sechs Meter hoch und zwanzig Tonnen schwer, ist keine antike Schöpfung, sondern eine authentische Nachbildung, die 1990 von Rapa-Nui-Künstlern geschaffen wurde.
Das Projekt entstand aus einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen der lokalen Gemeinschaft und einer Gruppe polynesischer Handwerker, die beschlossen, den Monolithen aus Peperino, einem in der Region typischen vulkanischen Gestein, zu meißeln.
Die Geschichte der Moai-Statue von Vitorchiano beginnt mit einem Ereignis, das man als einzigartig in der modernen Geschichte bezeichnen könnte.
Im Jahr 1989, während eines kulturellen Besuchs, wurde eine Gruppe von Rapa-Nui-Handwerkern nach Italien eingeladen, um ihre Bildhauerkunst mit der westlichen Welt zu teilen.
Dabei entstand die Idee, einen neuen Moai zu erschaffen – als Symbol der Freundschaft und des kulturellen Austauschs.
Vitorchiano wurde als idealer Standort gewählt, da sein Peperino, ein magmatisches Gestein, sowohl leicht zu bearbeiten als auch äußerst widerstandsfähig ist.
Die polynesischen Handwerker fertigten die Statue direkt vor Ort an, wobei sie die alten Schnitztechniken bewahrten und dem Stein den spirituellen Charakter verliehen, der die originalen Moai auszeichnet.
Heute ist die Statue des Moai eines der ikonischsten Symbole von Vitorchiano und zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern aus der ganzen Welt an. Ihre Lage, eingebettet in das Grün der Hügel und nur wenige Schritte vom historischen Zentrum des Dorfes entfernt, bietet eine besonders eindrucksvolle Kulisse. Die Skulptur scheint die Stille und Schönheit der umliegenden Landschaft zu bewahren und schafft eine fast mystische Atmosphäre.
Die Statue fügt sich perfekt in den kulturellen Kontext der Region ein. Ihre Präsenz bereichert nicht nur das künstlerische Erbe von Vitorchiano, sondern erzählt auch eine Geschichte von Offenheit und Dialog zwischen weit entfernten Kulturen – ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie Kunst geografische und zeitliche Grenzen überwinden kann.
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